Re: re: natürlich gibt es klassen – IG Metall will Stellenstreichungen bei E…

ester.de/forum/stellengesuche/19282-frisch-examinierter-krankenpfleger-sucht-ab-01-a.html”>verdienstriff “klasse” ist ein gewöhnlicher terminus, der in der
> soziologie verwendet wird (und das international).
>
Ich sagte ja, wenn man will, dann gibt es Klassen, aber sie sind
nicht naturgegeben.
> über die relevanz des klassenbegriffs kann man sich u.a. hier schlau
> machen: http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Klasse (insbesondere der
> absatz über bourdieu).
>
Nun – da steht auch nur, daß man Menschen in Klassen klassifizieren
_kann_! Ich finde das Modell nicht hilfreich und damit überflüssig.
siehe Ockhams Rasiermesser.
> auf den punkt gebracht: wer kann die existenz von klassen leugnen
> angesichts systematischer und flächendeckender ungleichheit, etwa was
> verdienst und bildung angelangt?
>
IMHO: Jeder.
> klassenkonzepts stets behaupten). zum-proporz/”>oder kurz: menschen sind die
> einzelnen “wassertropfen”, die alle unterschiedliche (meinetwegen
> auch: rollen)merkmale vereinen, die aus den tropfen zusammengesetzten
> “wolken” sind die klassen.
>
Es würde dann für mich exakt zwei Klassen geben: Die, die vom
jetzigen Geldsystem profitieren und die, die nicht. Dazu brauche ich
aber keine Klassen.
> dein begriff “rolle” lässt zudem jede form objektiver
> sozialstrukturmerkmale (sowohl horizontal als auch vertikal) außer
> acht – verdienst, bildung, geschlecht bzw. “kapitalsorten”, usw.
>
Objektivität ist ein Wort, mit dem Menschen, da sie Subjekte sind,
sehr vorsichtig umgehen sollten.
> klassenkampf bzw. eher “klassenkonflikt” (leider gibt es keinen aktiv
> ausgetragenen klassenkampf mehr)
>
Ein Beweiß dafür, daß es eben keine Notwendigkeit für die
Kategorisierung der Menschheit in Klassen gibt…
> ergibt sich aus der fundamentalen unterschiedlichkeiten von interessen
>
Ich habe andere Interessen als zum Beispiel mein Nachbar – sind wir
jetzt schon zwei verschiedene Klassen? Wir sind beide Angestellte -
verdienen ungefähr gleich, haben aber grundsätzlich andere Ziele, was
unser Leben angeht. Oder ist es ein Fehler, daß ich oder er andere
Vorstellungen haben, was wir mit unserem Leben anfangen?
Klassenmodelle haben ein massives Problem damit, Individualität
abzubilden – Rollenmodelle nicht. Daher sind Rollenmodelle in der
Soziologie besser geeignet, die Realität zu beschreiben, als
Klassenmodelle.

Saturday, August 23rd, 2008 Allgemein