Re: Musikindustrie (MI), Preise und geistiges Eigentum – Billig-CDs als Waffe gegen Musik-Downloa…
verdienstMartin!
Hallo Wojtek!
> Also ich stimme mit Dir überein, daß man geistiges Eigentum schützen
> sollte, doch finde ich, daß bei Musik andere Kriterien herangezogen
> werden sollten, denn stellen wir uns doch folgendes Beispiel vor:
Andere Kriterien als geistiges Eigentum? Also alles andere, nur kein
geistiges Eigentum?
> ein begnadeter Musiker (sagen wir mal mit einer Gitarre) nimmt sich mal
> ein Stück (Werk) von Chopin, Beethoven, Brahms oder Rimski-Korsakov
> (habe ich den Guten richtig geschrieben?) und spielt es auf seine Art
> und Weise (Jennifer Batten hat mal den Hummelflug gespielt) und lässt
> das dann auf eine CD pressen.
Damit handelt es sich nicht um eine neue Idee. Zudem erlischt das
Urheberrecht ohnehin nach 75 Jahren.
> Nun kann man aber nicht sagen, daß es sein geistiges Eigentum war und
> dennoch sollte diesem Künstler ein Schutz zustehen so, daß er seine
> Interpretation geschützt wissen darf.
Stimmt, es war nicht sein geistiges Eigentum. Nur bestand diese Idee
schon. Aber wenn die Neuauflage des Originals einen ganz eigenen
Charakter hatte, denke ich schon, dass auch diese geschützt ist.
> Ich glaube man sollte irgendwo am Produktionsprozess diesen Schutz
> festmachen.
> Denn ich glaube nicht, daß es z.B. einen Eric Clapton stört, wenn
> eine Jugendband in der Aula ihres Gymnasiums “Sunshine of Your Love”
> darbieten, oder bist Du da anderer Ansicht?
Nein, denke ich auch nicht, solange die Aula nicht gerade Tausende
von Leuten beherbergen kann.
> Eine CD (respektive SACD/DVD-A) sollte man wie eine “Heimdarbietung”
> eines Künstlers sehen und dafür sollte man bezahlen und nicht
> unbedingt dafür, daß eine Person mal ein solches stück geschrieben
> hat.
Nein. Man bezahlt ja in erster Linie nicht die CD, also das Material,
sondern für die Musik, für die Idee.
> Bedenke doch, daß z.B. Jimi Hendrix mit Stücken von Bob Dylan
> wesentlich mehr Erfolg hatte als Dylan selbst und dennoch finde ich,
> daß Hendrix den Verdienst zurecht hatte und Dylan (obwohl sein
> geistiges Eigentum) keinen Anspruch auf “Abgaben” seitens Hendrix
> hat.
Natürlich hatte Hendrix ein Recht auf seinen Verdienst. Jeder hat ein
Recht auf Verdienst, dessen Musik jemandem gefällt und diese von ihm
gekauft werden will. Trotzdem hat auch Dylan ein Recht auf Verdienst,
da sich Hendrix Stücke von Dylan quasi “entliehen” hat und die Ideen
somit die von Dylan waren.
Stell dir doch mal vor, du hast einen ganz tollen Song mit einer
genialen Melodie entwickelt, der von jemandem geklaut wird. Fändest
du es toll, wenn der jetzt nun mit deiner Idee Kohle macht und du
dafür keinen einzigen Cent siehst?
> Ich glaube in der Wissenschaft ist der Begriff des geistigens
> Eigentums besser wervendbar.
Nein, sehe ich nicht so. Der Wegfall von geistigem Eigentum würde
bedeuten, dass jede geistige Schöpfung frei verfügbar wäre, weil es
ja dann kein Urheberrecht mehr gäbe. Das halte ich nicht für
sonderlich klug, weil viele Musiker, Autoren, Regisseure etc.
arbeitslos würden, da sich ja jeder ihrer Ideen bedienen könnte.
Gruß
Martin