Unglaublicher Schwachsinn – Kirchhof fühlt sich als Opfer von Medien…
Bevor jemand versucht, uns irgendwelche Steuermodelle zu erklären,
sollte er sich lieber einmal damit auseinandergesetzt haben und auch
nicht alles durcheinander werfen.
Du hast geschrieben:
>Es darf nämlich nicht sein, dass es zu einer Umkehr kommt.
>Das heisst, du verdientst mehr und erhälst nach Anwendung des Tarifs
>weniger. Das ist unvermeidbar bei Sprüngen im Tarif.
Bei einem Stufenmodell tritt nicht der Fall ein, dass man, wenn man
mehr verdient, über eine Stufe hinaus kommt, dann weniger übrig hat
(nach Steuern), als in der vorhergehenden Stufe. Warum nicht? Weil
nur das Einkommen, das über der Grenze zur nächsten Stife liegt mit
diesem Tarif besteuert wird. Dies sieht jeder Stufentarif vor, der
bisher öffentlich diskutiert wurde.
Also, ein Beispiel (rein fiktive Zahlen):
1. Stufe: 8000 EUR Freibetrag, keine Steuern
2. Stufe: 8000-25000 EUR, 15%
3. Stufe: mehr als 25000, 25%
Fall A) Du verdienst weniger als 8000 EUR, dann musst du keine
Steuern zahlen. Nun bekommst du eine neue Stelle, verdienst 8100 EUR,
dann zahlst du auf 100 EUR 15% Steuern, macht 15 EUR Steuern. Bleiben
8075 EUR überig, das ist mehr als zuvor!
Fall B) Du verdienst 24000 EUR, zahlst also den Satz der zweiten
Stufe, du musst auf 24000-8000 = 16000 EUR 15% Steuern zahlen, macht
2400 EUR Steuern, übrig bleiben 21600. Nun, wieder neue Stelle, neuer
Verdienst 26000 EUR. Macht dann:
Auf 25000-8000=17000 EUR 15% = 2550 EUR auf 1000 EUR 25% macht 250
EUR
also insgesamt musst du 2550 250=2800 EUR Steuern zahlen, es bleiben
dir 26000 – 2800 = 23200 EUR, das sind ganze 1600 EUR mehr als zuvor.
So, das als kleines Rechenexempel.
Dann hast du geschrieben:
>man kann einen Juristen halt nicht ökonomische
>Fragestellungen in die Hand geben. Das ist auch aus Gründen der
>Gewaltenteilung gefährlich.
Ich hoffe, das ist ein sehr dummer Scherz.
Denn er war zwar mal Richter, ist es aber nicht mehr! Wenn deine
Auffassung von Gewaltenteilung um sich greifen würde, dann dürfte ein
studierter Jurist, den du dann auch ohne Amt (hier liegt der Fehler)
in die Judikative rechnest, weder Bundestagsabgeordneter (=
Legislative), noch zur Polizei gehen, geschweige denn Bundeskanzler
werden. Man kann das weiterspinnen… Das ist einfach lächerlich.
Man sollte nicht so mit Menschen umgehen, die sich wirklich intensiv
mit einer Materie beschäftigt haben, insbesondere, wenn einem selbst
die Grundkenntnisse, allein schon begrifflich, fehlen.