Ein Verdienst der Linkspartei – Du bist geklaut!
denn ohne Linkspartei wäre es doch gerade so weitergegangen: jeden
Tag neue Reformen, die neuerliche Umschreibung für Zumutungen und
Unverschämtheiten, und wenn man der einen seufzend zugestimmt hat, in
der schwachen Hoffnung, dass dann Ruhe ist, ist das der Anlass für
fünf neue. Reformen.
Die Linkspartei hat nun durch ihre bloße Anwesenheit
unmissverständlich klargestellt, dass das Ganze höchst unspaßig enden
kann – und schwupps – schon ist der Ton in Medien und Parteien ein
ganz anderer. Freundlicher, solidarischer. Höhepunkt des Zuckerbrots:
du bist Deutschland.
Lasst mich, wie immer, den bestmöglichen Ausgang der angefangenen
Kommödie skizzieren:
ein Teil der Bevölkerung spuckt dermaßen in die Hände, dass wir
Exportweltmeister werden – Verzeihung das sind wir schon – also dass
wir das zweitplazierte Japan mit der dreifachen Bevölkerung ums das
Dreifache im Exportvolumen übertreffen. Dann wenigstens sollte es
doch möglich sein, dass für die paar Kinder, die es noch gibt, ein
Kita-Platz zur Verfügung steht, in dem es nicht zum Dach
hereinregnet. Schon mal das wäre ein umwerfender Erfolg.
Der Linken hingegen ist die Kampagne eine Steilvorlage zur
Erheiterung der Nation, indem alle möglichen Sätze mit Du bist…
ersonnen werden. Ein willkommener Ersatz für die im Schwinden
begriffene Spaßgesellschaft und zum Mitdenken und Mitmachen bestens
geeignet. Wohlan, es gibt kein Recht auf Heiterkeitsverzicht. Du bist
das Land des Lächelns.
Erfolge also auf ganzer Linie, für Jeden und Jede ist etwas dabei.
Mancher mag nun sagen, es sei ja wohl schwerlich das Verdienst der
Linkspartei, die einen solchen Effekt wohl kaum im Auge hatte. Der
aber hat den Fundamentalsatz des Politischen nicht begriffen, in
Kohl’scher Fassung: es kommt drauf an, was hinten rauskommt.
Was man ursprünglich beabsichtigte – wen interessiert das schon.
Gruß Artur